David D. Kaspars Blog

«Persönliches, Nützliches, Skuriles und Alltägliches aus meiner Welt als Executive Coach und Führungskräfte-Trainer»

Mentaltraining

Ihre Qualifikationen nützen Ihnen wenig, wenn Ihre Fähigkeiten im entscheidenden Moment blockiert sind. Mentales Training kann helfen, die nötige Leistung im richtigen Moment abzurufen.

Fast immer geht es beim mentalen Training darum, eine bestimme Fähigkeit oder das Erzeugen eines psychischen oder physischen Zustands entweder neu zu erlernen, zu stabilisieren oder zu verbessern. Stabilisieren bedeutet, eine Fähigkeit so weit zu trainieren, dass Sie sie auch unter widrigen Umständen nutzen können, etwa unter Stress und Zeitdruck.

Verbessern bedeutet, dass Sie einen Zustand rascher und effektiver als bisher herstellen können. Was Sie sich vornehmen, sollte zum aktuellen Stand Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten passen. Stecken Sie sich nämlich zu hohe oder utopische Ziele, kommen Sie womöglich schon beim ersten Schritt ins Schleudern und packen Ihr Vorhaben vor lauter Frust wieder in die Kiste. Nicht wenige Sportler machen am Anfang ihrer Karriere diesen Fehler.

Mentales Training zielt auf die Verbesserung dreier Bereiche ab, die sich im Idealfall wechselseitig unterstützen:


1. optimales Handeln
2. der einfachste Weg dorthin und
3. der dazu am besten geeignete Eigenzustand.

Die entscheidenden Techniken des mentalen Auftrittstraining sind...

Techniken des mentalen Auftritt Training

1. Beobachten: Studieren Sie die unterschiedlichen Kniffe, die Könner anwenden, um die diversen Herausforderungen auf ihrem Gebiet zu meistern.

2. Mit sich sprechen: Ihre Eindrücke stabilisieren sich, wenn Sie Ihre Beobachtungen Schritt für Schritt verbal durchgehen, so wie Sie sich vor einer Urlaubsreise fragen, ob Sie alle wichtigen Vorkehrungen getroffen haben. Zusätzlich können Sie die wesentlichen Schritte aufschreiben oder zeichnen und so vertiefen.

3. Visualisieren: Schauen Sie die zu bewältigenden Handlungen vor Ihrem geistigen Auge wie einen Film an. Dabei können Sie selbst oder eine andere Person der Handelnde sein.

4. Ideomotorisches Trainieren: Richten Sie Ihr Augenmerk auf Ihre inneren Sinneserlebnisse und versuchen Sie, in den richtigen Gefühlszustand einzutauchen. Schwimmer tun das, indem sie sich als Delfin vorstellen. Ein Patient mit Hüftprothese machte Fortschritte, als er sich in seine Zeit als Tänzer zurückversetzte.

5. Knotenpunkte beschreiben: Arbeiten Sie Knotenpunkte, d.h die Schlüsselstellen eines Handlungsablaufs, heraus. Diese Knotenpunkte gewähren in der Regel nur wenig Handlungsspielraum und müssen daher „sitzen“. Auf ihnen beruhen die jeweils nachfolgenden Handlungsschritte.

6. Knotenpunkte rhythmisieren: Festigen Sie die wesentlichen Handlungsabschnitte indem Sie die Knotenpunkte rhythmisieren und sie in den Rhythmus der Gesamtbewegung eingliedern. Tennisanfänger unterstützen beispielsweise die Ausführung des Aufschlags durch das rhythmisierte Wort „Am-ster-dam“.

Die Komplexität des gesamten Bewegungs- und Handlungsablaufs inklusive aller Schritte wird auf diese Weise genauestens erfasst und trainiert, bis sie sich im Unterbewusstsein als Automatismus festsetzt. Es reicht nicht, wie es manche Motivationsgurus lehren, nur das Ziel zu visualisieren, wonach sich alles andere wie von selbst ergebe.

Vielmehr verhält es sich wie mit einem Strichzeichner: Nur ein Meister dieser Kunst, der sein Arbeitsfeld jahrelang trainiert und durchdrungen hat, schafft es, mit ein paar Strichen und Andeutungen die Schlüsselmerkmale eines Objekts herauszustellen. Für einen Laien wäre es aber der falsche Weg, gleich mit der Verkürzung anzufangen.


Vergleiche dazu auch das Buch: Gut sein, wenn's drauf ankommt - Erfolg durch Mentales Training

 

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