David D. Kaspars Blog

«Persönliches, Nützliches und in der Praxis Anwendbares aus meiner Welt als Executive Coach und Führungskräfte-Trainer»

Welcher Führungs-Typ überzeugt Personaler?

Bei einer Umfrage von mir und meinem Geschäftspartner Alexander Benedix an der Personal Swiss „Welcher Führungs-Typ überzeugt Sie am meisten?“ gab es einen...

...eindeutigen Sieger: Barack Obama (104 Nennungen)! Er erhielt rund drei Mal mehr Stimmen als die deutlich geschlagenen Christoph Blocher (29 Nennungen) und Angela Merkel (28 Nennungen).

Unser Interesse

Für uns als Veranstalter von Führungskräfte-Weiterbildungen war aber nicht nur das nackte Resultat interessant, sondern vor allem das Statement derjenigen Menschen, die mitbestimmen, wer die zukünftigen Chefs sind (Personaler) und auf welche Art und Weise sie führen (Coachs & Trainer).

Emotionene gewinnen!

Gemäss unserer „Pulsfühlung“ ist es Barack Obama gelungen, positive Emotionen nicht nur in der amerikanischen Welt, sondern auch in der „Welt der Personaler & Trainer“ zu wecken. Er wurde vielfach als „charismatischer, gutaussehender (!) Visionär“ bezeichnet, der für eine neue systemisch-ethische  Art des Denkens und Führens steht.  Im Gegensatz dazu gilt Angela Merkel bei vielen als „eiserne und pragmatische Lady“ einer schon vergangenen Zeit. Christoph Blocher mit seinem „direkt-provokativen Führungsstil“ ist für die meisten der Personaler schlicht und einfach ein „unzumutbarer Patriarch“.

Leistung verliert?

Bei der nach einer gewissen Zeit des Gesprächs einsetzenden Reflexion unserer Interviewpartner bezüglich des effektiven Leistungsausweises der drei Protagonisten entstand ein differenzierteres Bild. Christoph Blocher wurde durchaus eine hohe Leistung , vor allem bezüglich seiner Arbeit als Unternehmer, zugebilligt. Bei Merkel wurde gewürdigt, dass eine „nüchterne, relativ hässliche Physikerin aus der ehemaligen DDR“ es geschafft hat, sich als Frau in der „blenderisch-maskulinen“ Welt der Politik mit pragmatischen Lösungen durchzusetzen. Bezüglich seiner Leistung wurde Barack Obama unterschiedlich beurteilt: Die Statements gingen über „Typ Tourismusdirektor ohne Wirkung“ bis zu „Grosser Politiker, der mit der Änderung des Krankenkassensystems in Amerika einen Paradigma-Wechsel erreichte“.

Der Bauch siegt!

Erstaunlicherweise hat – auch nach der zum Teil intensiven Ratio-geprägten Gesprächs- und Reflexionsphase – kein einziger Teilnehmer seine erste Entscheidung revidiert. Daraus ist zu schliessen, dass – auch wenn hochdifferenzierte Leistungsmessungs- und Personalauswahlinstrumente entwickelt und eingesetzt werden – jeder Mensch und insbesondere auch jeder Personaler intuitiv-emotional entscheidet und schlussendlich bei seiner ersten „Herz-Entscheidung“ bleibt!

 

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